Meine Top 10 Bücher in 2025

Am Ende jedes Jahres teile ich gern die Liste mit den zehn besten Büchern, die ich in diesem Jahr gelesen habe. Vielleicht ist ja das eine oder andere Buch dabei, das auch für andere Leute interessant sein könnte und einen Platz auf der Leseliste für 2026 findet. Ein gutes Buch macht für mich aus, dass es mir noch lange im Gedächtnis geblieben ist oder einen nachhaltigen Unterschied in meinem Denken gemacht hat.

Unbreakable von Andrew Wilson

In diesem sehr kurzen und leicht zu lesendem Buch beschreibt Wilson, welche Sicht Jesus auf die Heilige Schrift hatte. Der Untertitel des Buches ist passenderweise: „Was der Sohn Gottes über das Wort Gottes sagte“. Wenn wir uns Jesu Aussagen über die Bibel ansehen, kommen wir an der Inspiration und Autorität der Schrift nicht vorbei. Leider gibt es dieses Buch (noch) nicht auf Deutsch; hoffentlich ändert sich das in den nächsten ein bis zwei Jahren. Denn es gibt wohl kaum eine bessere Einführung in dieses Thema.

Inspiration und Offenbarung von Eckhard Schnabel

Wie ich letztens schrieb, musste ich mich im Rahmen meines Theologiestudiums intensiv mit der Frage der Inspiration und Autorität der Bibel auseinandersetzen. Ich habe viele hilfreiche Bücher dazu gelesen; eins der besten war dabei für mich Inspiration und Offenbarung. Schnabel geht zuerst durch die Kirchengeschichte und zeigt die verschiedenen Ansichten zur Inspiration der Schrift. Anschließend wendet er sich der Bibel selbst zu und fragt, was sie über ihren Ursprung sagt. Dieses Buch ist nicht immer „leichte“ Lektüre, dafür ist jedoch auf relativ knappem Raum das größtmögliche Maß an Informationen zusammengestellt.

Gottesdienst verstehen – gestalten – feiern von Stefan Schweyer

Jeder Christ weiß, warum wir Gottesdienste feiern und wie sie gestaltet werden sollten. Oder? Wir besuchen sie jede Woche, aber wahrscheinlich machen sich nur die wenigsten darüber Gedanken, warum sie denn Gottesdienst feiern und wie dieser zielgerichtet gestaltet werden kann. Schweyers Buch mit dem Dreischritt „verstehen – gestalten – feiern“ bietet sowohl die notwendige theologische Basis für Gottesdienste als auch praktische Anregungen, wie die einzelnen Gottesdienstelemente sinnvoll und christuszentriert gestaltet werden können. Jeder Gemeindeleiter oder Verantwortliche für die Gottesdienste seiner Gemeinde sollte dieses Buch einmal gelesen haben!

Die große Scheidung von C.S. Lewis

Für eine Predigt im Sommer habe ich mich nochmal intensiver mit der Lehre der Hölle auseinandergesetzt und habe dabei von diesem Buch sehr profitiert. Ich stimme durchaus nicht jedem Aspekt von Lewis’ Beschreibung der Hölle (und der zugrundeliegenden Theologie) zu. Dennoch hat mir das Buch sehr geholfen, die Hölle als logische und selbstgewählte Konsequenz eines Lebens zu sehen, das Gott ablehnt.

Von Jesus reden, ohne komisch zu wirken von Sam Chan

Ich tue mich oft schwer mit dem Gedanken, wie ich mit meinen ungläubigen Freunden über meinen Glauben reden kann. Chan bietet für dieses Problem acht einfache und praxisnahe Anregungen. Dieses Buch ist unglaublich motivierend, weil es keine großen Konzepte vorstellt, sondern die Kraft von kleinen Aktionen im Alltag zeigt. Der unterhaltsame Stil und günstige Preis machen es zu einem „Must Read“!

Dienstanweisung an einen Unterteufel von C.S. Lewis

Nachdem dieser Klassiker von Lewis schon einige Jahre auf meiner Leseliste gestanden hatte, habe ich ihn in diesem Jahr endlich gelesen. Innerhalb eines Monats habe ich einen Brief pro Tag gelesen, in denen der Dämon Screwtape seinem Neffen Wormwood Ratschläge gibt, wie er sein menschliches Opfer am besten verführen und von Gott fernhalten kann. Lewis schafft es sehr gut, die Dynamiken der Versuchung im Menschen darzustellen und somit das Licht auf die subtilen Taktiken des Teufels zu werfen. Als typisches C.S. Lewis-Buch ist es durchaus keine „leichte Kost“, aber eine unglaublich gewinnbringende!

Acht Tage im Mai von Volker Ullrich

Dieses Buch haben meine Frau und ich auf langen Autofahrten gehört und ich war fasziniert und gleichzeitig abgeschreckt von der unglaublich detaillierten Schilderung der letzten Kriegstage des Zweiten Weltkrieges in Deutschland. Wie viele NS-Funktionäre trotz der unvermeidbaren Niederlage weiter unbeirrt an ihren Befehlen eines mittlerweile toten Führers festhielten und noch rücksichtslos um die besten Plätze für sich selbst kämpften, scheint unbegreiflich. Und auch wenn das Thema eigentlich die letzten acht Tage des Krieges sind, flicht Ullrich doch viele weitere Aspekte des Krieges und einzelne Schicksale in die Erzählung ein, sodass man ein ziemlich umfassendes Bild der Zeit des Zweiten Weltkrieges bekommt.

Alles. Für Dich. von Gary Thomas

Je nach Glaubensrichtung neigen wir Christen manchmal dazu, unseren Glauben über unsere Hingabe, Verzicht und Disziplin für Gott zu definieren. Thomas dagegen argumentiert, dass Christen zuerst von Freude und Vergnügen geprägt sein sollten! Denn die Freude an Gott und seinen guten Geschenken ist eine bessere Hilfe im Kampf gegen die Sünde als Abschreckung vor ihr. Dieses Buch hat mir neu die Augen für den Platz von Vergnügen in meinem Leben als Christ gezeigt und dass Verzicht und Einschränkung nicht immer der „geistliche“ Weg sind. Es ist eine ausgewogene und notwendige Korrektur für eine leider häufig vorkommende „Mangelmentalität“ unter uns Christen.

Wofür es sich zu kämpfen lohnt und wofür nicht von Gavin Ortlund

Manche Christen streiten sich um jede theologische Lehre, für andere ist nichts außer Jesus wirklich wichtig. Ortlunds Buch bietet ein hilfreiches und notwendiges Schema zur Gewichtung verschiedener Lehren. In einer sich polarisierenden Christenheit in Deutschland sind diese Ausführungen unglaublich wichtig, um das Wesentliche im Blick zu behalten und sich nicht unnötig zu entzweien. Der Inhalt dieses Buches war für mich so hilfreich, dass ich daraus ein Seminar entwickelt habe, damit auch noch andere davon profitieren können.

Menschen des Evangeliums von Michael Reeves

Das ist das beste Buch, das ich in diesem Jahr gelesen habe! Reeves macht in diesem übersichtlichen Werk deutlich, was „Evangelikale“ ausmacht. Anders als in den Medien dargestellt, geht es dabei nicht um Politik oder Nationalismus, sondern um das Evangelium als Basis des Glaubens, mit Jesus als Zentrum, wie es in der Bibel steht – und ist damit wahrer historisch-orthodoxer Glaube. Seine Betonung und Wertschätzung der Einheit im Evangelium und der Demut als wichtigster Charaktereigenschaft evangelikaler Christen widersprechen jedem spaltenden und hochmütigem Denken. Dieses Buch sollte jeder Christ in Verantwortung in einer Kirche oder Gemeinde lesen! Es gibt wenige Bücher, die so knapp und leicht verständlich den Kern des christlichen Glaubens beschreiben.

Bonus: Die beste Studienbibel auf Deutsch!

Im Oktober ist die neue Elberfelder Studienbibel („große Studien- und Kommentarausgabe“) erschienen. Dabei handelt es sich um die Übersetzung und behutsame Anpassung der Anmerkungen der ESV Study Bible, die als eine der besten Studienbibeln weltweit gilt! Ich bin absolut begeistert von diesem Projekt und freue mich riesig, dass diese wertvolle Ressource nun auch in unserer Sprache vorhanden ist. Das ist eine „Studienbibel“, die ihrem Namen wirklich gerecht wird. Die jeweiligen Einleitungen in die biblischen Bücher sind phänomenal und allein schon den Besitz wert. Denn darin finden sich kompakt alle wichtigen Informationen zu den Bibelbüchern, die man sich sonst aufwendig aus einzelnen umfangreichen Kommentaren heraussuchen müsste. Dazu kommen noch über 20.000 Kommentare zu Bibelstellen, über 240 hochwertige Karten und Illustrationen und über 50 theologische Artikel. Wer sich tiefgehender mit der Bibel befassen will, bekommt mit dieser Bibel alles, was er dafür benötigt!

Vielleicht sind noch ein paar Worte zum Preis dieser Bibel angebracht: Immer wieder höre ich Unverständnis angesichts des doch hohen Preises für diese Bibel. Auf den ersten Blick scheint die Kritik nachvollziehbar, wenn man bedenkt, dass andere gute Studienbibeln deutlich unter 100 € kosten und man das englische Original aktuell bei einem bekannten Online-Versandhandel als Hardcover für 40 € bzw. als Kunstleder-Variante für 60 € bekommt. Manche Kritiker wittern deshalb eine unrechtmäßige Bereicherung der beteiligten Verlage. Dem möchte ich entgegenhalten: Neben den anfallenden Lizenzkosten für die Übersetzung muss die Übersetzung an sich ein unglaublicher Aufwand gewesen sein. Außerdem werden deutsche Bibeln nie die Verbreitung finden wie englische, dafür ist die mögliche Zielgruppe viel kleiner, für eine Studienbibel gilt das nochmal mehr. Kleinere Auflage bedeutet höherer Stückpreis und anteilig höhere Umlage der Lizenz- und Übersetzungskosten auf die Exemplare. Somit finde ich den Preis durchaus gerechtfertigt. Und wenn wir ehrlich bedenken, wie viel Geld wir für unsere Smartphones ausgeben, wie oft wir diese ersetzen müssen und welchen Mehrwert sie am Ende wirklich bieten, sollten sich weitere Diskussionen erübrigen.

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